Javornik
(Jauernig)
 |
Das
Städtchen Javornik (ca. 3.000 EW) liegt in den Sudeten auf einer Höhe
von 250-330 ü. N.N. Urkundlich wurde der Ort zum ersten Mal 1291 erwähnt,
die Burg Jansky Vrch auf dem Johannisberg oberhalb der Stadt taucht
1307 erstmals in den Quellen auf. Stadt und Burg gingen Mitte des
14. Jahrhunderts in den Besitz der Bischöfe
von Wroc³aw (Breslau) über und wurden so Teil des Fürstbistums, dessen
Hauptstadt Nysa (Neisse) war. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
entwickelte sich Javornik zu einem wichtigen Zentrum des Bergbaus
(Silber, Eisenerz)
und des Handwerks. 1825 fiel die Stadt einem Brand zum Opfer und wurde
dabei fast vollständig zerstört. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts,
nach dem Fall
des Eisernen Vorhangs, wurde der Fremdenverkehr zu einer der wichtigsten
Einnahmequellen für Javornik. |
 |
SEHENSWÜRDIGKEITEN:
BURG AUF DEM JOHANNISBERG. Errichtet im 13.
Jhdt. Ab 1348 im Besitz der Bischöfe von Wroc³aw (Breslau). Erste Umbaumaßnahmen
in den Jahren 1507-09 im Auftrag des Bischofs Johannes Turzo. In der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts veranlasst Philipp Schaffsgotsch, damaliger
Bischof von Wroc³aw und zugleich ein großer Kunst- und Kulturmäzen, den
Umbau der Burg
im Barockstil mit dazugehörigem Französischen Park, der später in einen
Landschaftspark umgewandelt wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die
Feste zur Sommerresidenz
der Bischöfe von Wroc³aw umfunktioniert. Aus diesem Anlass nahm darin
ein Hoftheater unter
der Leitung des herausragenden Wiener Komponisten Karl Ditters von Dittersdorf
seinen Betrieb auf. Die Burg verblieb im Besitz der Bischöfe bis 1945.
Derzeit befindet sich in der Burg
eine wertvolle Möbel- und Bildersammlung sowie die tschechienweit größte
Pfeifensammlung.
 |
HEILIG-KREUZ-FRIEDHOFSKIRCHE,
erbaut ca. 1260, ist das älteste Baudenkmal von Javornik.
Die Kirche betritt man durch zwei frühgotische Eingangsportale. Sehenswert
auch die Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit am Marktplatz, erbaut
1723, mit einer barocken Innenausstattung.
An der Puszkinstraße Nr. 31 befindet sich das im Barockstil gehaltene,
im 18. Jhdt. erbaute Haus Karl Ditters von Dittersdorf, heute Stadtmuseum.
Unweit der Stadt in einem Tal (Raci Udoli), durch das früher ein wichtiger
Handelsweg zwischen Polen und Böhmen, die sog. "Salzstraße",
verlief, findet man die malerisch gelegenen Ruinen der Burg Rychleby (Reichenstein)
aus dem 15. Jhdt.
Ebenfalls nicht weit entfernt von Javornik, in dem Örtchen Zalesie, befindet
sich der Grenzübergang zu Polen. In Travna befindet sich eine interessante
Maria-von-Lourdes-Pilgerkapelle mit einem dazugehörigen Kreuzweg und einer
Quelle mit leicht radioaktivem Wasser, dem Heilungskräfte nachgesagt werden.
|