"DER HERZOGLICHE STOLLEN"


--- zoom --- Der Verlauf dieser Stollen und Gänge ist auf der folgenden Übersicht zu sehen.
An diesem Hang der "Góra Krzy¿owa"
("Kreuzberg") findet man Spuren von einigen Dutzend alter Bergwerksschächte; die dazugehörigen Bergwerke gab es hier zum Teil schon im 13. Jhdt. Im Inneren des Berges, verteilt über mehrere Ebenen, befinden sich alte Stollen und Gänge.

Dieser Stollen wurde zum ersten Mal urkundlich erwähnt im Jahre 1502. An den Wänden des Stollens sind noch Meißelspuren sichtbar.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts hatte dieser Stollen eine Länge von 400 m und diente der Entwässerung und Belüftung der Erzförderstellen, die sich im Berg befanden; auch das Erz wurde über diesen Stollen nach oben transportiert. Im 20. Jhdt. baute man 35 m unter dem "Herzoglichen" Stollen einen neuen Stollen (Stollen "Wniebowziêcie" / "Himmelfahrt"); dieser neue Stollen war eine Abzweigung des Schachtes "Gertruda". In diesem neu angelegten Stollen nahm dann eine elektrisch betriebene Schmalspurbahn ihren Betrieb auf, um das Erz aus dem Bergwerk zu befördern.


Stollenbau. Einen Stollen trieb man voran, indem ein Keil mit einem Hammer in den Felsen getrieben wurde, so wurde die Felswand gespalten. Besonders harte Felswände wurden mit Feuer erhitzt und dann mit Wasser begossen.

BELÜFTUNG DER ERZABBAUSTELLEN

Um einen langen Stollen in einen Berg treiben zu können, mussten die Bergleute mit frischem Sauerstoff von draußen versorgt werden. Dies geschah mit Hilfe eines Blasebalgs oder mit Hilfe von Stoffplanen. Schächte wurden mit speziellen Geräten ausgerüstet, die den durch Wind entstehenden Luftstrom nutzten, um von den Schächten abgehende Stollengänge mit Sauerstoff zu versorgen.





Die "Sztolnia Ksi±¿êca" wurde von Bergleuten mehrere Jahre lang in Handarbeit gebaut.
Das einzige Licht, welches sie während dieser schweren Arbeit zu sehen bekamen, war das schwache Licht eines Öllämpchens.

Im 16. Jhdt. bestanden diese Lämpchen aus Ton und einem Hanfdocht. Man füllte sie soweit mit Öl auf, dass sie sieben Stunden (Dauer einer Schicht) brennen konnten.

Später stellte man die Lämpchen aus Eisen- oder Messingblech her. Mehr Licht als die Öllämpchen spendeten zwar (Talg-)Kerzen, doch waren diese sehr teuer, ihr Einsatz rentierte sich also nicht besonders.

EINFLUSS DES BERGBAUS AUF DIE UMWELT
Die Bergbautätigkeit in dieser Gegend hat entscheidend die örtlichen Wasserläufe beeinflusst. Regenwasser, das früher einfach in den Bach strömte, fließt nun über die alten Schachteingänge in die Fördergänge und verlässt dann den Berg über den am tiefsten gelegenen Stollen. So verlässt das Wasser, welches in die alten Abbaustellen an der "Góra Krzy¿owa" ("Kreuzberg") und an der "Góra Haniak" ("Berg Hanig") bei Regen hineinfließt, die unterirdischen Förderstätten über den Stollen "Gertruda". Während das Wasser durch die unterirdischen Abbaustellen fließt schwemmt es verschiedene Mineralien heraus, die sich schließlich in ihm auflösen. Dieser Auflösungsprozess wird ermöglicht durch den Sauerstoffreichtum des Wassers und die Bakterien, welche es mit sich führt. Auf der anderen Seite hinter dem Bach ist ein Wasserlauf zu sehen; es ist Wasser, welches aus der eingestürzten "Sztolnia B³otnista" ("Matschstollen", gebaut im 16. Jhdt.) herausfließt. Dieses Wasser aus dem "B³otnista"-Stollen enthält große Mengen an Kalk, Magnesium und Arsen. Vor allem wegen des Arsens eignet es sich nicht zum Trinken. Einige Meter weiter unten verschwindet das Wasser des Bachs in den Stollen der "Góra So³tysia" ("Vogtberg"). Man kann es wiedersehen zum einen im Museum "Kopalnia Z³ota" ("Goldbergwerk"), wo es einen unterirdischen Wasserfall bildet. Erneut sichtbar wird das Bachwasser am Ende der "Czarna Sztolnia" ("Schwarzer Stollen"), wo es den Berg wieder verlässt.

FLEDERMÄUSE

Beim Besuch der unterirdischen Stollen kann man auf eines der geheimnisvollsten Säugetiere treffen die Fledermaus . Dank ihrer besonderen Fähigkeit des im Prinzip wie ein Sonar funktionierenden Gehörs können Fledermäuse bei vollkommener Dunkelheit fliegen. Die meisten Feldermäuse ernähren sich von Insekten und sonstigen wirbellosen Tieren. Nach dem Menschen ist die Fledermaus das zweite Säugetier, welches große Lebensgemeinschaften bildet. Sie bilden Kolonien, in denen sie zum Teil zu Tausenden leben. Zwar zählen die Fledermäuse zu den Warmblütern, doch kann ihre Körpertemperatur stark schwanken zwischen 37°C während sie aktiv sind bis zu gerade mal ein paar Grad über null während ihres Winterschlafs, den sie in Höhlen und eben alten Stollen verbringen. Dem Bergbau ist es zu verdanken, dass Fledermäuse in Z³oty Stok heimisch wurden. In den noch von außen für Fledermäuse zugänglichen Bergwerken leben viele ihrer Arten, darunter auch einige, die vom Aussterben bedroht sind: Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Wimperfledermaus, Bechsteinfledermaus und die Mopsfledermaus.