"DIE
ERZHÜTTENSCHLUCHT"
Das aus Bergwerken geförderte
Erz enthielt in jeder Tonne an die 10g Gold. Die Erzbrocken durchzog ein
mineralisches Gewebe und eben in diesem Gewebe befanden sich die mikroskopisch
kleinen Goldkörner. Das genannte Gewebe bildeten Mineralien wie: Arsenopyrit,
Pyrit etc. Um das Gold aus diesem mineralischen Gewebe zu entfernen bedurfte
es einiger, metallurgischer Vorgänge. Zuerst schmolz man aus dem Erz den
sogenannten "rohen Stein" heraus. So erhielt man eine mineralische,
goldhaltige Legierung.
Zur Erzschmelze
verwendete man Holzkohle. Das geschmolzene Erz wurde in einen
Bottich, der vor dem Schmelzofen stand, hineingegossen. Die schwere
mineralische Legierung sank auf den Boden des Bottichs; auf der
Oberfläche sammelte sich die leichte Schlacke, die mit einem Eisenhaken
abgeschöpft und entsorgt wurde, indem man sie auf Halden lagerte.
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Den sog. "rohen
Stein" brannte bzw. röstete man drei Mal. Dabei wurden die
Steinklumpen auf einen Scheiterhaufen gelegt; danach wurde der
Scheiterhaufen angezündet. Während des Brennens verbrannte das
in dem Erz enthaltene Schwefel und Arsen, das Gold wurde so aus
dem mineralischen Gewebe befreit.
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Nach
dem dreimaligen Rösten wurde der "rohe Stein" im Hüttenofen
geschmolzen. Bei diesem Vorgang gab man Blei hinzu, welches das
Gold aus dem "rohen Stein" heraus trennen sollte. Die
flüssige Mischung aus Blei und dem "rohen Stein" kam
in einen Bottich, wo erneut die Schlacke abgeschöpft wurde. Das
übriggebliebene, flüssige Blei vermischte sich mit dem frei gewordenen
Gold; daraus wurden dann in speziellen Formen goldhaltige Bleibarren
gepresst.
Die goldhaltigen Bleibarren wurden auf eine Platte unter der Ofenkuppel
hingelegt. Danach wurde im Ofen Feuer mit Buchenholz gemacht.
Die Bleibarren schmolzen, Bleioxid entstand (PbO).
Dieses Bleioxid setzte sich entweder an der Kuppel des Ofens ab
oder verschmolz mit der Ofenplatte; das Gold blieb von diesem
Prozess unbehelligt, es blieb über und konnte nach dem Ende des
Vorgangs von der Ofenplatte einfach eingesammelt werden. Das so
gewonnene Gold wurde in die örtliche Münzprägestätte transportiert.
Übersicht der Verteilung von Schlackehalden und unterirdischen
Stollen in dieser Gegend
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Die Halden aus schwarzer
Schlacke, die sich entlang dieses Taleinschnitts auftürmen, entstanden
durch metallurgische Vorgänge, die hier zwecks Goldgewinnung stattfanden.
Die meisten Erzhütten arbeiteten in diesem Tal im 16. Jhdt.

zoom
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In den Erzhütten von Z³oty Stok (Reichenstein)
verarbeitete man in den Jahren 1530-1560 täglich ca. 60 Tonnen Erz aus
den umliegenden Bergwerken. Daraus erhielt man an die 500g Gold. In den
Hüttenöfen mussten dafür 60 Wagenladungen Holzkohle verbrannt werden.
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