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"GÓRA
KRZY¯OWA" ("KREUZBERG")
GOLD! VON DEN ANFÄNGEN DES BERGBAUS IN Z£OTY STOK Das von den Bergleuten geförderte Erz verteilte sich auf viele, voneinander getrennte, Adern und Vorkommen. Manche von ihnen lagen bis zu 50 m unter der "Sztolnia Ksi±¿êca" ("Herzoglicher Stollen"). Viele der Erzadern endeten an der Erdoberfläche. In Folge von chemischen, physikalischen und biologischen Prozessen zersetzte sich das erdoberflächennahe Erz; seine so frei gewordenen Bestandteile gerieten in Bewegung, so wie auf dem folgenden Schema dargestellt. ![]() Kleine Erzteilchen, mikroskopisch kleine Goldanteile und Salzlösungen wurden vom Regenwasser mitgerissen und wanderten so den Berghang hinab. Ein Teil von ihnen blieb während dieser Reise in den Vertiefungen des Hangs stecken; der Rest landete im Sand auf dem Grund des Bachs und bildete dort sozusagen ein neues Goldvorkommen. Das Bachwasser bearbeitete die Erzteilchen fortwährend, so dass sie immer weiter zerfielen und auf diese Weise immer mehr Gold freigesetzt wurde. Die freigewordenen Goldkörner sammelten sich, bestimmt durch ihr Eigengewicht, meist an den gleichen Stellen im Bachlauf, verbanden sich dort mit dem bereits im Sand vorhandenen Gold und bildeten so letztendlich Körner, Plättchen und Nuggets, die mit dem bloßen Auge erkennbar waren. Den hiesigen Menschen müssen sie das erste Mal ungefähr vor 1.000 Jahren aufgefallen sein. Natürliche Witterungsvorgänge betrafen jedoch nicht nur den Teil der Erzader, der an der Erdoberfläche frei lag, sondern auch den darunter liegenden Teil des Vorkommens. Die Goldteilchen, die durch den Witterungsprozess frei und nicht ausgespült wurden, wanderten zusammen mit Salzlösungen tiefer in den Fels und reicherten ihn, sozusagen "unterwegs", an. Unter dem Grundwasserspiegel entstand so eine angereicherte Erzschicht. Die sich über ihr befindende, erdoberflächennahe Erzschicht enthielt im Wasser aufgelöste Anteile von Eisenoxid. Das hatte zur Folge, dass am oberen Ende einer Erzader ein rot-brauner "Eisenkopf" entstand. Die Bergleute wussten gräbt man unter einem solchen "Kopf" trifft man auf den goldträchtigsten Teil einer Ader. Das in diesem Teil des Vorkommens liegende Gold war einfacher durch metallurgische Vorgänge herauszulösen als aus den Teilen der Erzader, die tiefer lagen und den Witterungsprozessen nicht unterlagen.
--- zoom --- Das "Z³ote Góry" ("Gold"-) Gebirge, wo wir uns gerade befinden, ist Teil des 28.000 ha großen "¦nie¿nicki Park Krajobrazowy" ("Landschaftsschutzgebiet ¦nie¿nik"), welches die Gegend um den Berg "¦nie¿nik" und das Gebirge "Góry Bialskie" umfasst. Die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Gebiet ist ungewöhnlich vielfältig. Hier leben viele Arten, die typisch sind für die Sudeten und Karpaten, aber auch alpine Arten kommen vor. Besonders wertvoll sind die seltenen, in Höhlen vorkommenden wirbellosen Lebensformen aus der Familie der Endemiten. In den Bergbächen leben Bachforellen, Bachneunaugen und Groppen. An den Berghängen trifft man auf Kreuzottern, Ringelnattern, Blindschleichen und Schlingnattern. Von den hier lebenden Vögeln sollten Erwähnung finden: der Schwarzstorch, das Haselhuhn, das Birkhuhn, der Auerhahn, der Uhu, der Dreizehenspecht, der Eichelhäher, der Birkenzeisig und die Wasseramsel. Zu den hier lebenden Säugetieren gehören: Hirsche, Rehe, Wildschweine, Dachse, Hasen, Füchse und Hermeline. Es lassen sich auch einige Fledermaus- und Nagetierarten vorfinden, so wie: der Siebenschläfer, die Haselmaus und der Baumschläfer. ![]() BÍLÁ VODA (WEISSWASSER) Auf einer Erhebung, die auf der gegenüberliegenden Seite des Taleinschnitts liegt, existierte im 16. Jhdt. die Siedlung Wysoka. Später zogen ihre Bewohner fort nach Bila Voda (Weisswasser), das hinter der Grenze liegt. Durch Bila Voda führte damals der kürzeste Weg von Z³oty Stok nach L±dek Zdrój (Bad Landeck). Bila Voda wurde bekannt durch die 1723 gegründete Akademie des Piaristen Ordens; sie war die größte ihrer Art in Schlesien und Mähren. Der herausragende Pädagoge und Komponist Antonin Grossmann gehörte zum Lehrkörper der Akademie. Die Akademiegebäude wurden 1950 von Ordensschwestern bezogen, die dorthin aus der ganzen Tschechoslowakei von der dortigen sozialistischen Regierung zwangseingewiesen wurden. Ca. 700 Nonnen fanden auf dem dortigen Dorffriedhof ihre letzte Ruhe. Prinzessin Marianne aus dem Hause Oranien (19. Jhdt.) hatte in Bila Voda 1854 einen kleinen Palast gekauft, um die Arbeiten an dem Palast der Hohenzollern in Kamieniec Z±bkowicki (Kamenz) zu überwachen. Sie wohnte dort einige Jahre und besuchte währenddessen auch öfter Z³oty Stok. Das Haus gibt es heute noch, ein Krankenhaus hat darin Platz gefunden KAPLICA ¦WIÊTEJ ANNY Der Name "Góra Krzy¿owa" (Kreuzberg) ist eng verbunden mit der Arbeit der Bergleute, die hier ein Kreuz aufstellten, an dem sie um eine glückliche Rückkehr aus dem Bergwerk beteten. Weitere Kreuze wurden aufgestellt, als es zu Unfällen kam; man gedachte so der Kumpel die für immer unten blieben, verschüttet in Stollen und Schächten. 1731 wurde hier eine St. Anna Kapelle gebaut, die vom Pächter des Steinbruchs, Herr S. Kachler, gestiftet wurde. Später baute man einen Raum an, in dem ein Einsiedler lebte. Um den Gipfel herum errichtete man einen Kreuzweg. Der Einsiedler und seine Nachfolger kümmerten sich um die Kapelle, den Kreuzweg und die Pilger. 1836 baute man die Kapelle um, was eine entsprechende Tafel beweist. In der Gestalt, die man auf alten Postkarten sehen kann (Nachbildungen s. unten) überdauerte die Kapelle bis 1953. Über dem Haupteingang der Kapelle sah man die Aufschrift "Venite adoremus" (Kommt, um zu preisen) und da drüber "Levati oculos meos in montes" (Ich erhebe meine Augen zu den Bergen). Daneben befindet sich ein Opferkreuz mit dem sichtbaren Namen der Stifterin. Der letzte hier lebende Einsiedler war der Franziskanermönch Robert Domsch. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit dem Schnitzen von Weihnachtskrippen und Kirchenschmuck. Er ernährte sich von Brot und Waldfrüchten, seinen Durst stillte er mit Regenwasser. 1946 wurde Pater Domsch, in Folge des II. Weltkrieges, zwangsweise nach Deutschland umgesiedelt. Fortan fehlte ein Betreuer für den Kreuzberg, die Kapellenanlage verfiel. Die Errichtung eines Steinbruchs am Hang des Kreuzberges beschleunigte diesen Prozess. Heute hat die Anlage erneut eine "gute Seele". Herr Kazimierz Mitusiñski hat den Kreuzweg erneuert und kümmert sich um den Erhalt der Kappellenanlage. |