BERGWERKE AUF DER "GÓRA KRZY¯OWA" ("KREUZBERG")

An diesem Abhang der "Góra Krzy¿owa" förderte man das Erz mit der sogenannten "Mehrschachttechnik". Im 15. und 16. Jhdt. gab es hier unzählige, flache Schächte. Sie wurden auf Parzellen ausgehoben, die gemäß der damals bestehenden Bergbau-Rechtsprechung zugeteilt wurden. Jeder Schacht gehörte einem Zusammenschluss von Bergleuten. So mancher Schacht wurde mit der Zeit zu einem selbständigen Bergwerk.

 

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Übersicht der Verteilung von ehemals vorhandenen Schächten und Halden.




So sahen flaschenzugbetriebene Schächte im 16. Jhdt. aus.


Ein Schema der Erzförderung aus einem flachen, oberflächennahen Schacht.

Ein oberflächennaher Schacht wurde in eine Erzader getrieben und zwar so weit, bis das Ende der Ader erreicht wurde. Dabei wurde allerdings selten tiefer gegraben als 20 Meter, da die Sauerstoffzufuhr für die Bergleute in tiefer gehenden Schächten nicht ohne weiteres sichergestellt werden konnte. Auch die Entwässerung in Schächten, die tiefer als 20 Meter waren, stellte sich sehr kompliziert dar.

Am unteren Ende des Schachtes, quasi auch am Ende der Erzader, schlug man kurze Stollen, um sich entlang der Ader wieder nach oben durchzuarbeiten. Man trieb also einen kurzen Stollen, baute die Erzbrocken aus der darüber liegenden Ader ab; den dabei anfallenden Schutt ließ man einfach liegen, bis der Stollen damit gefüllt war und das Erz abgebaut.

Um an den nächsten Abschnitt der Ader zu kommen, trieb man auf dem Schutt des Stollens eine neuen, höherliegenden Stollen. So arbeitete man sich, entlang der Ader, wieder nach oben durch, quasi wie auf einer Treppe. Das in den Stollen geförderte Erz wurde über den Schacht, in Holzfässern oder Ledersäcken, mit einem Flaschenzug nach oben befördert. Hatte man die Ader vollständig abgebaut und war oben angekommen, ließ man die Abbaustelle verfallen; so entstanden tiefe Löcher im Boden, die wir zahlreich an diesem Abhang vorfinden können.



Im 16. Jhdt. arbeiteten die Bergleute, gemäß des damals geltenden Bergbau-Rechts und der Gewohnheiten, in Schichten zu 7 Stunden.

Die erste Schicht begann morgens um 4.00 Uhr und endete um 11.00 Uhr. Die zweite Schicht begann um 12.00 Uhr mittags, die Arbeiter dieser Schicht hatten dann um 19.00 Uhr Feierabend. Zur Nachtschicht wurde nur in dringenden Fällen gearbeitet. Viele Bergleute schoben Doppelschichten um ihr Gehalt zu steigern.

Alle Samstage, Sonn- und Feiertage (allein der Feiertage gab es im 16. Jhdt. an die 60) waren in Bergwerken arbeitsfreie Tage. Das jeweilige Schichtende und den Schichtbeginn verkündete die Bergwerkglocke.

Die Bergleute, die unter Tage die Glocke nicht hören konnten, wurden über das Schichtende vom Steiger informiert, indem dieser mit einem Hammer an die Beschläge des Schachtes klopfte.



So sah im 16. Jhdt. der Hang eines Berges aus, auf dem sich zahlreiche Schächte nebeneinander befanden.