BERGWERK "BOGATE POCIESZENIE"
("REICHER TROST")

Hier sieht man Überreste der Grundmauern eines Goldbergwerks. Man förderte hier bis 1961 das goldträchtige Arsenerz. Mit der Schließung dieses Bergwerks endeten die ca. 650 Jahre Bergbautätigkeit in diesem Tal. Man kann noch den 250 Jahre alten Schacht "Jan" (früher "Reden") mit seinen Wandbeschlägen erkennen. Diesen Schacht, als Teil des Bergwerks "Bogate Pocieszenie", schlug man im 19. Jhdt. in den Berg. Schon im 16. Jhdt. errichtete man an dieser Stelle das besagte Bergwerk mit dem Namen "Bogate Pocieszenie" ("Reicher Trost"). Es wurde bis 1961 entwässert und mit Sauerstoff versorgt über den Stollen "Emanuela", der seit 1506 stetig weiter getrieben wurde. Im 16. Jhdt. grub man hier noch nicht tiefer als 100 Meter. Nachdem im 18. Jhdt. die Anlagen zur Entwässerung der Stollen verbessert wurden, konnte das Erz auch aus tieferen Schichten, die unter dem Stollen "Emanuela" lagen, gefördert werden. Nachdem im 20. Jhdt. erst Dampf- und später Elektropumpen zur Entwässerung der Stollen und Schächte eingesetzt werden konnten erreichte der längste Schacht des Bergwerks eine Tiefe von 300 Meter. Den Gesamtumfang der hier durchgeführten Bergbauarbeiten erkennt man anhand der Übersicht aller Förderstellen, die sich über elf Ebenen unter unseren Füßen erstrecken.

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Ein Bild des Bergwerks "Bogate Pocieszenie" ("Reicher Trost") von 1933 und ein älterer Stich von Lohmann.

Im 16. Jhdt. wandelte man das goldträchtige Erz in Schmelzhütten in Gold um; diese Hütten, in deren direkter Nachbarschaft spaeter noch Arsenikhuetten errichtet wurden, befanden sich auf dem heutigen Gelände der Zak³ady Tworzyw i Farb (Kunststoff- und Farbwerke). Das Erz brachte man in die Hütten mit Pferdewagen, die dazu die Stadt durchqueren mussten. Diese Prozedur nahm 1922 ein Ende, als der 1.200 Meter lange Stollen "Gertruda" geschlagen wurde. Über diesen Stollen beförderte man das Erz mit einer elektrischen Schmalspurbahn von der Stelle, an der wir uns gerade befinden, bis zu einer Erzverarbeitungsanlage am Ausgang des
"Z³oty Jar" Taleinschnitts (neben dem jetzigen Museum "Goldbergwerk").


Arbeitende Kumpel im Bergwerk "Bogate Pocieszenie" ("Reicher Trost") auf Bildern von 1933. Auf dem linken Bild wird ein Sprengstoffloch gebohrt, auf dem rechten Bild wird das Erz in die Loren befördert.