Z£OTY STOK (REICHENSTEIN)
IM 16. JAHRHUNDERT



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Urkundlich wird Z³oty Stok zum ersten Mal 1273 erwähnt, die Stadtrechte erhielt der Ort auf jeden Fall noch vor 1344. Von der Stadtgründung an war Z³oty Stok eng mit dem Bergbau verbunden. 1428 wurde der Ort durch Hussiten vollständig zerstört. Ihren größten Entwicklungsschub erlebte die Stadt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Herzogs Karls I. zu Ziêbice-Ole¶nica (Münsterberg-Oels). Zu verdanken war dies dem Gold zu Zeiten Karls I. wurden die größten Fördermengen davon aus den umliegenden Bergen rausgeholt. In diesen guten Zeiten gehörte Z³oty Stok zu den größten Städten Schlesiens. Die Stadtarchitektur aus dem 16. Jhdt. ist heute noch im Straßenbild präsent (s. Bild oben). Dank dem damals geltenden Bergbaurecht war die Stadt offen für neue Bewohner, die sich hier jederzeit niederlassen konnten. Die Bürger der Stadt waren von jeglichen Steuern, Zoellen und von der Abgabe, die üblicherweise zu zahlen war beim Betreten und Verlassen der Stadt, befreit. Als Buerger einer freien Stadt fuehlten sich die Menschen in Z³oty Stok so sicher, dass sie die Errichtung von Stadtmauern fuer ueberfluessig hielten. Die Regierungsmacht innerhalb der Stadt übte der Rat der angesehensten Bergleute aus. 1467 erhielt die Stadt das Recht, selbst ein niederes Gericht einzurichten; 1541 wurde Z³oty Stok erlaubt auch hohe Gerichtsbarkeit auszuüben. Das Gericht blieb der Stadt erhalten bis 1945.
Karl I. (1476 - 1536) auf einem Münzabbild von 1528; der Dukat wurde in der Münzprägestätte von Z³oty Stok hergestellt.

Die Verdienste Karls I. für Z³oty Stok sind sehr groß. Er ließ die Burg wiedererrichten, unter seiner Herrschaft wurde die Münzprägestätte gebaut und der Bau der Pfarrkirche wurde ebenfalls von ihm forciert. Mit einer klugen Gesetzgebung unterstütze er zudem die Entwicklung der Bergwerke und Hütten.
ZISTERZIENSER AUS KAMIENIEC Z¡BKOWICKI (KAMENZ)
Das erblickbare Flachland, mit der am Horizont sichtbaren Klosterkirche, gehörte von 1246 bis 1810 den Zisterzienser-Mönchen aus Kamieniec Z±bkowicki (Kamenz). Sie übernahmen den Besitz des Ordens der Augustiner, der seit 1210 hier ansässig war, und vergrößerten ihn indem sie Dörfer dazukauften, u. a. B³otnica Górna und B³otnica Dolna (Ober- und Niederplottnitz). In der Nähe der Dörfer sind industrielle Überbleibsel erkennbar; im 16. Jhdt. standen dort Erzschmelzen.


Auf dem vorhandenen Plan können Sie alle Besitztümer der Zisterzienser im 14. Jhdt. sehen. Die gestrichelten Linien markieren das Gebiet der sog. "Schlesischen Grenze", eines baumfreien Gürtels der einst Schlesien von Böhmen trennte. In diesem Grenzgebiet gründeten die Mönche einige neue Dörfer, darunter auch M±kolno (Maifritzdorf), in dessen Nähe sich die "Góra Haniak" ("Berg Hanig"), damals reich an Goldvorkommen, erhebt. Heinrich IV. Probus, ein schlesicher Herzog aus dem polnischen Haus der Piasten, genehmigte den Zisterziensern im Jahre 1273 den Abbau dieser Goldvorkommen. So gehörten auch die ersten Goldbergwerke in dieser Gegend den Mönchen und sie waren es auch, die als erste 1506, nachdem Herzog Karl I. es genehmigte, einen Entwässerungsstollen, den späteren Stollen "Emanuela", in den Berg treiben durften.



Die Zisterzienser verwalteten darüber hinaus in den Jahren 1429-1503 Z³oty Stok; sie hielten die Stadt als Pfand. Ihr Sitz in der Stadt ist auf dem Bild zu sehen. Der Zisterzienser-Orden wurde in Schlesien 1810 säkularisiert. Der letzte Abt und der letzte Prior des Ordens verbrachten ihren Lebensabend in Z³oty Stok. In der Außenwand der städtischen Friedhofskapelle sind ihre Grabplatten eingemauert.